Die Mallet-Lokomotive – Kraftpaket mit Knick
Die Mallet-Lokomotive ist eine besondere Bauform der Dampflokomotive, benannt nach ihrem Erfinder Anatole Mallet (1837–1919), einem französischen Ingenieur. Sie wurde entwickelt, um die Zugkraft schwerer Züge mit der Fähigkeit zu kombinieren, enge Kurvenradien zu durchfahren – ein Vorteil vor allem im Gebirge und auf Nebenstrecken.

Bild: Bayrische Mallett Werkbild ROCO
Das Besondere an der Mallet-Bauweise ist ihre Gelenkkonstruktion: Sie besitzt zwei Triebwerksgruppen, wobei die hintere fest mit dem Kessel verbunden ist und die vordere auf einem beweglichen Drehgestell sitzt. Dadurch kann sich die Lokomotive flexibel an Gleisbiegungen anpassen. Technisch handelt es sich meist um Verbundlokomotiven: Der Dampf wird zunächst in Hochdruckzylindern genutzt und dann in größeren Niederdruckzylindern weiterverwendet – ein Prinzip, das die Energieeffizienz steigert.

Bild: UP Challenger, das Vorgängermodell der "Big Boys" Werkbild Athearn
Mallet-Lokomotiven wurden vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebaut und fanden weltweit Einsatz – von den USA über Europa bis nach Afrika. Besonders berühmt sind die riesigen amerikanischen Exemplare, wie die „Big Boy“ der Union Pacific, die zu den größten Dampflokomotiven der Welt zählt.
Heute sind Mallet-Lokomotiven vor allem in Museen oder bei Sonderfahrten zu bewundern – als eindrucksvolle Zeugen einer Ära, in der Dampf und Stahl die Schienen beherrschten.
Mallet Heeresfeldbahn Heißdampf-Tenderlok 1000 mm Spurweite - ZANDER-HEBA