Eine Geschichte aus dem Modellbahnclub
Es war ein Donnerstag im Frühling, als Lukas zum ersten Mal den Stiftsmeierhof betrat. Er hatte schon oft gehört, dass dort irgendwo ein Modellbahnclub sein sollte — ein kleiner, lebendiger Verein mit Menschen, die mehr über Züge wussten als jedes Lexikon. Und heute, kurz nach fünf, fasste er sich ein Herz und drückte die schwere Holztür auf.

Drinnen roch es nach Kaffee, Holzleim und ein bisschen Nostalgie. Aus dem hinteren Raum hörte er Stimmen, Lachen, das Summen von Trafos und das leise Klackern von Rädern auf Schienen.
„Grüß dich! Bist du neu? Komm nur rein!“, rief jemand.
Es war Schorsch, der Mann mit dem schiefen Streifenhut, dem großen Schnauzer und dem Fächer aus Fahrplänen in der Hand. Er winkte Lukas heran, als würde er ihn schon seit Jahren kennen.
„Wir beißen nicht. Außer der Booster spinnt — dann vielleicht ein bisserl“, grinste er.
Lukas lachte, und das Eis war gebrochen.
🛠️ Der erste Eindruck
Schorsch führte ihn herum:
- zeigte die große Clubanlage
- erklärte, warum Block 7 „heute wieder grantig“ war
- stellte ihn den anderen vor
- und drückte ihm schließlich eine Lok in die Hand
„Probier’s aus. Bei uns lernt man am besten durchs Tun.“
Lukas fuhr seinen ersten Zug. Langsam, vorsichtig, mit glänzenden Augen. Und plötzlich war er mittendrin — in Gesprächen, in Projekten, in dieser besonderen Mischung aus Technik, Humor und Gemeinschaft.
☕ Ein typischer Clubabend
Gegen halb sechs füllte sich der Raum weiter. Der Donnerstagabend hatte seinen eigenen Rhythmus — ruhig, herzlich, ein bisschen chaotisch, aber immer voller Leben.
- Einer testete Rocrail
- Zwei diskutierten über die neue Z21
- Ein Jugendlicher klebte Bäume
- Ein anderer reinigte Gleise
- Und irgendwo ratterte ein Güterzug über die Paradestrecke
Zwischendurch gab es Kaffee, Kekse und Geschichten aus alten Zeiten. Schorsch erzählte von der Ausstellung 2019, „wo der Bürgermeister fast über den Schattenbahnhof gestolpert wär“.
Lukas merkte: Hier ging es nicht nur um Modellbahn. Hier ging es um Gemeinschaft.
🚉 Der zweite Donnerstag
Eine Woche später kam er wieder. Diesmal mit mehr Mut und weniger Unsicherheit.
Er half beim Landschaftsbau, lernte, wie man Rückmelder anschließt, und hörte Geschichten von Ausstellungen, Pannen und legendären Clubabenden.
„Wenn’s dir taugt“, sagte Schorsch irgendwann, „komm einfach weiter. Bei uns wächst man rein wie ein Baum im Hof draußen.“
Und so war es.
🚂 Nach einem halben Jahr
Lukas war längst Teil der Runde:
- Er hatte seine Lieblingslok
- Er wusste, wo der gute Schraubenzieher lag
- Er konnte Boosterflackern von Rückmelderproblemen unterscheiden
- Und er brachte manchmal sogar Kuchen mit
Eines Abends setzte sich der Obmann neben ihn.
„Du, Lukas… wenn du willst, kannst du jetzt offiziell Mitglied werden. Einfach formlos beim Vorstand sagen. Wir stimmen dann drüber ab. Aber ehrlich gesagt: Für uns gehörst du eh schon dazu.“
Lukas nickte. Er fühlte sich angekommen.
⭐ So wird man Mitglied im Modellbahnclub Sankt Florian
Nicht durch Formulare. Nicht durch Prüfungen. Nicht durch Verpflichtungen.
Sondern durch:
- Dabeisein
- Mitmachen
- Neugier
- Gemeinschaft
Der Mitgliedsbeitrag:
- € 70 für Erwachsene
- € 35 für Kinder und Jugendliche
Doch das ist Nebensache. Wichtiger ist das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer ist als man selbst.
❤️ Der Club heute
25 Mitglieder, im Alter von 12 bis 85. Jeden Donnerstag ab 17 Uhr. Ein Raum voller Technik, Geschichten und Menschen, die sich freuen, wenn jemand Neues hereinschaut.