🛤️ „Die verlorene Verbindung“ – Eine Geschichte aus dem Mühlviertel
Im Jahr 1872 war das Mühlviertel im Aufbruch. Die Kaiserin-Elisabeth-Bahn (KEB) hatte große Pläne: Eine neue Strecke sollte St. Valentin mit Gaisbach-Wartberg verbinden – als Teil einer internationalen Verbindung von Prag bis Triest.
Die Bauarbeiten waren gewaltig: Eine Donau-Brücke bei Mauthausen, Tunnelabschnitte und steile Trassen durch das hügelige Gelände. Am 2. Dezember 1872 rollte der erste Zug – Güter, Reisende, sogar kaiserliche Beamte fuhren über die neue Linie.
Doch die Geschichte nahm eine Wendung. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Strecke an Bedeutung. Der Eiserne Vorhang schnitt die Verbindung nach Böhmen ab, und am 5. April 1956 wurde der Abschnitt Mauthausen – Gaisbach-Wartberg stillgelegt.
Heute erinnern nur noch Bahndämme, Brückenreste und ein abgeschnittener Waggon am Bahnhof Gaisbach-Wartberg an die einst stolze Linie. Ein Kunstprojekt lädt Besucher ein, auf den letzten Sitzen Platz zu nehmen – mit Blick auf die fehlenden Gleise und die verlorene Zukunft.
Vergessene Eisenbahn Mauthausen-Gaisbach: Als Opa mit dem Dorftrottel nach Ried fuhr - Perg