„Die Geburt der Alpenkönigin“ – Eine Geschichte der ÖBB 1044
Als der Morgennebel noch über den schneebedeckten Gipfeln des Semmerings lag, ertönte ein neues Dröhnen in den Tälern – nicht von Lawinen oder Donner, sondern vom ersten Anrollen der ÖBB 1044.
Es war das Jahr 1977, und Österreich brauchte eine neue Heldin: kraftvoll, zuverlässig und bereit, die steilsten Rampen und längsten Tunnel zu erobern. Die 1044 war kein gewöhnlicher Neuling – mit über 5.000 kW Leistung und 140 km/h Spitzengeschwindigkeit galt sie als stärkste vierachsige Elektrolokomotive ihrer Zeit. Als hätte man einem Berglöwen Räder verliehen.
Schorsch, mittlerweile ein erfahrener Lokführer mit Schnurrbart und dem Herz eines Stahlwerkmeisters, erhielt die Ehre, eine der ersten 1044er zu übernehmen. Beim ersten Start hörte er, wie sich die Lok warm summte, fast wie eine Katze, die wusste, dass sie bald zum Sprint ansetzt. Und als sie die Rampen der Tauernbahn erklomm, spürte er den Unterschied: Diese Lok wollte nicht nur fahren – sie wollte fliegen.
Die Jahre vergingen, die 1044 wurde zur verlässlichen Freundin der Alpenzüge, zog Schnellzüge von Wien nach Innsbruck und Güterzüge voller Käse, Stahl und Weihnachtsbäume quer durchs Land. Modellbauer schwärmten: Kleinbahn fing ihren kantigen Charakter ein, ROCO verlieh ihr Sound und Schwung – und PIKO, später, brachte mit feinsten Details die Königin zurück auf die heimischen Gleise im Maßstab 1:87.
Heute steht sie manchmal in einem Eisenbahnmuseum oder rollt als 1144 noch immer durch die Lande – aber ihr Ruf lebt weiter: Die 1044 war nicht einfach eine Lok. Sie war Österreichs Antwort auf den Ruf der Berge.
Ab Ende der 1970er Jahre wurden die Loks der Baureihe ÖBB1044 geliefert. Zum Zeitpunkt des Erscheinens waren die Loks die stärksten 4-achsigen Elektroloks weltweit. Nach Kleinbahn und ROCO liefert nun auch PIKO ein sehr schönes Modell.